Eisvogel: Unser Kronjuwel am Waldschlösschen

Es war im Juli 2003. Frühmorgens. Ich hockte auf dem Damm zwischen den beiden Teichen und überlegte, wie wir die verlandeten Gewässer mit einfachen Mitteln vom Treibsand befreien konnten. Das Waldschlösschen hatten wir ja erfolgreich renoviert. Die Eröffnung stand kurz bevor. Jetzt sollten die Außenanlagen auf Vordermann gebracht werden. Plötzlich schwirrte etwas an meinem Kopf vorbei und stürzte kopfüber vor mir ins Wasser. Mit einem Stichling im kräftigen Schnabel tauchte ein spatzengroßer  Vogel aus dem Wasser auf. Mit stahlblauem Deckgefieder, roter Brust und kurzem Schwanz. Gleich einem Kolibri schwirrte er davon.

Es war ein Eisvogel, der wegen seiner Schönheit und Farbenpracht gern als „fliegender Edelstein“ bezeichnet wird. Er ist selten und oft nur dort zu sichten, wo sich lebendige Gewässer mit Kleinfischbestand befinden. Ich mochte es kaum glauben, dass dieser gefiederte „Blaumann“ am Waldschlösschen heimisch sein sollte. Ich wollte Beweise haben. Und so war ich oft schon früh am Morgen auf dem Balkon des Clubhauses, um nach dem Eisvogel, der 2009 „Vogel des Jahres“ wurde,  Ausschau zu halten. Er machte mir die Freude und zeigte sich regelmäßig. 

Nun fragt man sich, woher der Eisvogel wohl seinen Namen habe. Von gefrorenem Wasser? Zwar streiten sich die Gelehrten darüber. Aber es gibt eine Deutung, die plausibel erscheint. Die stahlblau leuchtende Farbe des Deckgefieders soll aus dem Mittelhochdeutschen abgeleitet sein. Danach wurde Blau dem Stamm „is“, wie Eisenbart alias Blaubart zugeordnet.

Seltener und nur zur Paarungszeit sieht man diese Spezies zu zweit, ansonsten soll der Eisvogel ein grämlicher, neidischer Eigenbrötler sein, der in jedem lebenden Wesen in seiner Nähe einen Störenfried sieht. Dann hört man häufiger sein durchdringendes „tiht“. Aber sein Flug ist schön. Es ist, als hörte man ein schnelles Surren „frrriiiii, frrrriii, frrrrriii ....“. Das kommt davon, weil seine Flügel im Verhältnis zu Körpergröße und Gewicht sehr klein sind. Um in der Luft zu bleiben, muss er die Flügel also schnell bewegen, so wie ein Kolibri, sonst würde er abstürzen.

In den beiden Teichen haben wir Ansitze für den Eisvogel geschaffen. Und wir wissen auch in etwa, wo sich seine Bruthöhle befindet. Wer Augen hat, zu sehen, und Ohren hat, zu hören, kann unseren Eisvogel beobachten. Man muss nur Geduld haben.

Doch warum schreibe ich heute über den Eisvogel, der seit einigen Wochen mit zwei Bildern auf unserer Homepage zu sehen ist? Es geht um Wiedererkennung. Der Golf Park Steinhuder Meer in Mardorf hat im Logo einen Apfelbaum. Dieser steht an prominenter Stelle auf dem Orchard-Course. So fragte Stuart, was wäre denn typisch für die Golfanlage Bad Münder. Ist es der Kirchturm von Bad Münder, Ist es die Toskana-Anmutung am Grün 1 oder könnte es der Milan sein, der uns gelegentlich auf unseren Golfrunden begegnet. Ich schlug ihm unseren Eisvogel als „Kronjuwel“ unseres künftigen Logos vor. Das ist einmalig und unverwechselbar. Ihr dürft gespannt sein.

Friedrich Schröder, Ehrenpräsident